Kunsthalle

 

Herr Dahlhoff war mit seinem S3-Philosophiekurs zum Thema "Schönheit" in der Kunsthalle. Bei der Führung durch die Skulpturengalerie erweckten Kunstwerke sowohl Wohlgefallen als auch Irritation.

 

So dienten Proportionen, Materialien, Oberflächen und Farben von Rodins Skulptur "Pierre de Wiessant" von 1885 gerade nicht einer Ästhetik der Idealisierung und Heroisierung des Menschen, der emotional ergriffene Betrachter gelangte eher zu einer Reflexion auf die eigene Sehgewohnheit. In der Abteilung der klassischen Modern mutete der dargestellte Schrei in der "Portraitstudie" von Francis Bacon von 1953 mit ihrer Ästhetik des Schmerzes grotesk an, und Giacomettis Frauenskulptur "Stehende" von 1948 mit ihren starken Proportionsveränderungen des Frauenkörpers erzeugte Gedanken an Tod und Mitleid der Nachkriegszeit.

 

Demgegenüber wirkte die Farbharmonie in Emil Noldes Gemälde "Meer" zwar auf Grund der dunklen Farbtöne und des unruhigen Meeres düster bedrohlich, zugleich ist es als Kunstwerk eine gelungene Komposition der Naturschönheit. Schließlich ließ ein abstraktes Kunstwerk des Surrealismus von Dali von 1932 durch seine Symbolik Spielraum für Deutungen des paradox anmutenden Titels "Die Geburt der flüssigen Ängste", so dass ästhetisches Urteilen durch ästhetische Anschaung angeregt und erweitert werden konnte.

 

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