Literaturwettbewerb und Gala

 

Nein, es war eindeutig die Crème de la Crème, die das Publikum bei der Preisgala des MCG-Literaturwettbewerbs genießen durfte. Als die Siegerinnen und Sieger der fünf verschiedenen Kategorien ihre Geschichten oder ihre Poetry-Slam-Beiträge vortrugen, erfüllte den Saal jedes Mal gebannte Stille.

Und das war gleich mehrfach am Galabend der Fall. Zunächst immer dann, wenn die Moderatoren Rose Gholami und Max von Lehmden die Nominierten für einen Preis verkündeten, fünf  weitere Male, als die Laudatoren den berüchtigten Satz „Der Literaturpreis geht an..." zu Ende sprachen und wie schon gesagt dann, als die fünf Sieger ihre Texte vortrugen. Sie hatten gemeinsam mit 27 anderen Teilnehmern Ende Januar ihre Geschichten bzw. Poetry-Slam-Texte mit den Begriffen Netz, Spiel, Marionette und Entengrütze  als Wettbewerbsbeitrag engereicht und nun wie alle anderen auf eine Nominierung oder gar einen Hauptpreis gehofft.

Henri Schwiegelshon gewann zum zweiten Mal den Wettbewerb und bekam für sein "Märchen vom armen Fischer" den Hauptpreis in der Kategorie "Reise und Abenteuer". Henri lässt in seiner Geschichte einen armen Fischer, der von der Entengrütze in seinem Teich geplagt ist, nach neuen Wegen suchen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der Fischer rettet sich am Ende mit der Anschaffung eines Entenpärchens, das nicht nur die Entengrütze fröhlich hinfort schnabuliert, sondern auch für viele Entenküken sorgt, die aus dem armen Fischer einen erfolgreichen Entenzüchter machen.


In Fiona Wienkes Siegesgeschichte „Ich bleibe bei dir“ schafft es Außenseiter Leo mithilfe einer kleinen Holzmarionette, die seine Gedanken und Wünsche umsetzt, in unbequemen Situationen die Oberhand zu behalten. Obwohl Fiona als Fünftklässlerin das erste Mal beim Wettbewerb antrat, setzte sie sich gegen die anderen drei Nominierten in der Kategorie "Familie und Freundschaft" aufgrund ihrer Botschaft und ihres sprachlichen Könnens durch. Beinahe eisig wurde es im Saal, als die Siegerin der Mittelstufe Iona Cumming ihre Geschichte „Frozen in Time“ vorlas. Zwischen zwei Welten fristet die Ich-Erzählerin ihr Dasein als geisterhaftes Wesen in einem vergessenen Haus, wobei ihre kurze Hoffnung auf Erlösung vergeblich schien.

Mit Entengrütze bekam es das Publikum dann buchstäblich in der Geschichte von Sonderpreisträger Johannes Loos zu tun. Dessen Ich-Erzähler wurde von einem grünglibberigen Schleim auf seinem Computerbildschirm geplagt, der mehr und mehr wuchs, wenn der PC offline war. Glücklicherweise war alles nur ein Traum und der Erzähler durfte am Ende wieder selbst entscheiden, wann er online sein wollte. Laudatorin Tine Brose dankte Johannes aber nicht nur mit dem Preis, sondern auch mit einer Extra-Portion Götterspeise, natürlich in entengrützenglibbergrün.

Inhaltlich komplettiert wurde der Sonderpreis in der Kategorie „Entengrütze“ vom anschließenden Auftritt der Schulband Duckside, die ihre eigene Fassung von „Alle meine Entchen“ spielte und mit einem Medley aus lockeren Raps zum Poetry-Slam überleitete, bei dem Canay Ay aus der 9a von der Publikumsjury zur Siegerin gekürt wurde. Aber nicht nur die selbst geschriebenen und gelesenen Texte unserer Preisträger nahmen das Publikum mit auf eine fantastische Reise. Louie Langer und Juan Weber Garcia präsentierten gleich zu Beginn eine fast szenische Adaption von Goethes "Zauberlehrling" und auch die musikalischen Beiträge von Aarit Soni, Lena Blohm und Nicole Timofeeva bewiesen, dass auch mit Musik Geschichten erzählt werden können.

Ein besonderer Höhepunkt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer war der Schluss der Veranstaltung, als alle Nachwuchsliteraten, die beim Wettbewerb mitgemacht hatten, auf die Bühne kamen und ihre Preise, Urkunden und die bewerteten Geschichten von der Jury erhielten. Organisatorin Carolin Sinhuber dankte im Namen der Schulleitung allen Kindern mit einer Rose.

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