"Matze" ist lebendig

 

Das 1872 gegründete Matthias-Claudius-Gymnasium befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Christuskirche, auf deren Friedhof der Namensgeber der Schule, Matthias Claudius, begraben liegt. Das Gymnasium wurde 1872 als "Höhere Bürgerschule mit Gymnasialklassen zu Wandsbek" dort erbaut, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Wandsbeker Markt stattfand. Die Schule erhielt 1887-1888 ihr Hauptgebäude und wurde zum 150. Geburtstag des Dichters Matthias Claudius, am 15. August 1890, nach diesem benannt.

Der Dichter und Journalist Matthias Claudius (1740 - 1815) wurde als Pfarrerssohn in Reinfeld (Holstein) geboren, studierte Theologie und Jura, entwickelte bald aber auch seine Liebe zur Literatur. Ab 1771 lebte er in Wandsbek. Dort war er jahrelang als Redakteur der Zeitschrift "Der Wandsbecker Bothe" tätig, einer der herausragendsten Zeitungen Deutschlands, die für ihre originellen Beiträge, insbesondere aber auch bedeutenden Autoren geschätzt wurde. So versammelte Matthias Claudius Texte bekannter zeitgenössischer Autoren, darunter Lessing, Herder, Goethe und Klopstock, mit denen ihn z.T. auch eine persönliche Freundschaft verband. 

Matthias Claudius schrieb kurze Prosatexte und Gedichte mit besinnlichem Grundton, aber auch antifeudal-kritische Lyrik. Sein literarisches Spätwerk ist geprägt von klaren, volksliedhaft-schlichten Versen, tiefer Empfindung, christlich-pietistischer Frömmigkeit, aber auch konservativer Kritik an den Ideen der Französischen Revolution. Die Insignien eines "Wandsbeker Boten": Hut, Stock und Tasche sind bis heute Bestandteil des Wandsbeker Wappens. 2015 war das 200. Todesjahr des Dichters, der außerdem 175 Jahre alt geworden wäre. Das Matthias-Claudius-Gymnasium erinnerte aus diesem Anlass mit zahlreichen Aktivitäten an seinen Namensgeber, zu dem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern einen vielfältigen und lebendigen Zugang gestalteten. Derzeit besuchen das MCG rund 950 Schülerinnen und Schüler (Stand 2017).

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