Konflikte mit Köpfchen klären

Streitschlichtung – mit dem Fachbegriff: Mediation – ist ein Verfahren der Konfliktregelung. Die Konfliktparteien versuchen dabei unter Leitung und mit Hilfe von professionell ausgebildeten Streitschlichtern, ihre Auseinandersetzung einvernehmlich zu lösen. Das Schlichter-Team trägt die Verantwortung, dass die Rechte und Empfindungen der Streitenden respektiert werden: Die Streitschlichtung ist freiwillig und vertraulich. Zudem gilt das Postultat der Allparteilichkeit, d.h. die Schlichter ergreifen keine Partei für eine Person gegen die andere. In Hamburger Schulen wird das Verfahren seit etwa 10 Jahren erfolgreich angewandt. Sowohl die Schlichter als auch die Konfliktparteien sind Schüler.

 

 

Derzeit sind am MCG 15 ausgebildete Streitschlichter-Schülerinnen und -schüler der Klassen 8 und 9 im Einsatz. Sie verfügen über einen eigenen Raum, der in jeder Mittagspause besetzt ist und in den ihre Mitschüler ohne Anmeldung kommen können. Sondertermine können jederzeit mit den Streitschlichtern oder dem Lehrerstreitschlichterteam (Frau Bertram-Vanegas, Herr Hinrichsen und Frau Schneidewind) vereinbart werden. Jede Klasse der Beobachtungsstufe hat zwei oder drei Paten, welche wiederum aus dem Kreis der Streitschlichter stammen und ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den jüngeren Schülern aufbauen.

 

Gute Gründe für die Streitschlichtung

  • Die Streitschlichtung fördert die Partizipation und Identifikation der Schüler mit ihrer Schule, indem die Schüler Eigenverantwortung übernehmen und konfliktträchtige, schwierige Situationen des Schulalltags eigenständig lösen.
  • Die Streitschlichtung besitzt Modellcharakter: Die Schüler erlernen eine Möglichkeit der Konfliktklärung, die sie immer wieder nutzen können.
  • Streitschlichter erwerben Schlüsselkompetenzen wie den konstruktiven Umgang mit Konflikten, gute sprachliche Ausdrucksformen, das Arbeiten im Team sowie Toleranz gegenüber Andersdenkenden.
  • Der konstruktive Umgang mit Konflikten und die erworbenen Kompetenzen fördern das Selbstvertrauen der Schüler.
  • Bei der Streitschlichtung lösen die Schüler ihren Konflikt in einem geschützten Rahmen, bei dem die Rechte und Empfindungen aller Beteiligten gewahrt werden. Dadurch können alle ihr Gesicht wahren.
  • Indem die Streitschlichtung den konstruktiven Umgang der Schüler mit Konflikten fördert, kann eine einheitliche Konfliktkultur im Schulalltag entstehen, die wesentlich zu einem positiven Schulklima und damit zur Gewaltprävention beiträgt.

 

Grenzen der Streitschlichtung

Das Verfahren ist freiwillig. Die Streitschlichtung ist ein Verfahren zur Klärung leichter und mittelschwerer Konflikte. Körperliche Gewalt, Mobbing und Straftaten gehören nach wie vor in die Verantwortung Erwachsener. Für die Klärung von Lehrer-Schüler-Konflikten stehen Beratungslehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Vertrauenslehrkräfte oder die Schulleitung zur Verfügung. Eine Streitschlichtung durch Schüler wäre hier unangebracht.

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